In der Gemeindemitte fesselt unsere Aufmerksamkeit die ursprünglich gotische Simon-und-Judas-Kirche (kostel sv. Šimona a Judy). Die heutige Form bekam sie nach dem Umbau im Neurenaissancestil aus dem 19. Jahrhundert. In der Nähe der Kirche befindet sich ein Glockenturm mit gemauertem Erdgeschoss und Stockwerk mit Verschalung aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Das Dorf liegt 4 km östlich von Mladá Boleslav.

Archäologische Funde belegen eine slawische Besiedlung von Plazy seit dem 10. bzw. 11. Jahrhundert. Die Lokalbezeichnung „Unter der Festung“ (tschechisch „Pod tvrzí“) deutet an, dass es hier später eine mittelalterliche Festung gab, die im nördlichen Teil des Dorfes gestanden haben soll. Während der Grabarbeiten am Wasserreservoir wurden auf diesem Ort Überreste eines gezimmerten Baus entdeckt, zu dem ein breiter Kieselsteinweg führte. Aus der Ortslage kann man schlussfolgern, dass es sich um eine Wasserfestung handelte, d.h. um eine Festung mit einem Wassergraben. Die Festung von Plazy soll der Sitz von Václav von Plazy gewesen sein, einem räuberischen Wladiken, der vom Herrn Vok von Rotštejn vor Gericht vorgeladen wurde (die Gerichtsverhandlung fand wegen Besitzberaubung statt). Dies soll im Jahre 1322 passiert sein. Die Aufzeichnungen aus diesem Jahr sind noch aus einem anderen Grund wichtig – sie stellen zugleich die erste urkundliche Erwähnung der Gemeinde Plazy dar.

Die älteste schriftliche Erwähnung der Kirche bezieht sich auf das Jahr 1394, als sie eine Pfarrkirche war. Während der Hussitenkriege wurde sie zu einer utraquistischen Kirche, und die Kelchkommunion hielt sich hier bis zum 18. Jahrhundert. Im Jahre 1525 kaufte Mladá Boleslav die Herrschaft Volenovice einschließlich der Kirche in Plazy vom Markwart Fryček von Daliměřice; dadurch gelang sie unter die Verwaltung des Dekanats Mladá Boleslav. Zur Pfarrkirche wurde sie wieder im Jahre 1878.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Kirche schwer beschädigt. Im Bericht aus dem Jahre 1660 steht, dass sie damals teilweise zerstört wurde, um die Wölbung kam und deshalb nicht mehr ihrem Zweck dienen konnte. Im Jahre 1731 wurden die Bauarbeiten eines neuen Turmes aufgenommen. Dieser stürzte jedoch kurz nach seiner Beendung ein, und sein Sturz beschädigte auch die eigentliche Kirche.

Der Ausbau einer neuen Kirche begann nach Plänen des Jungbunzlauer Architekten František Bossi im Jahre 1739. Den Hauptaltar und das zentrale Gemälde der Hl. Simon und Judas (obraz sv. Šimona a Judy) malte Josef Ruta, die Holzschnitte stammen aus der Werkstatt des Jungbunzlauer Schnitzers František Prášek. Die Gesamtkosten für das Bauwerk überschritten eine nicht geringe Summe von 3 500 Gulden.

Um die Kirche herum wurde ein Friedhof gegründet, umgeben von einer Mauer. In der nordöstlichen Ecke des Friedhofs wurde ein vierseitiger Glockenturm mit zwei Glocken erbaut; die dritte Glocke wurde im Dachreiter untergebracht.

Im September des Kriegsjahres 1916 wurden zwei der oben genannten Glocken und die Glocke aus der Wenzelskapelle (kaple sv. Václava) in Valy beschlagnahmt. Alle drei Glocken wurden gleich nach dem Abnehmen vor Ort mit Hämmern zerschlagen und wegtransportiert.

 
Plazy

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