Hrabals Kersko

Die Verbindung Bohumil Hrabals mit Kersko ist schon legendär, nicht zuletzt erzählt hiervon auch der Film „Das Wildschwein ist los“ (Regie: Jiří Menzel). Die Atmosphäre der Waldsiedlung, die in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts auf den parzellierten Grundstücken des Gutsbesitzers Josef Hyross zu entstehen begann, ist in der Tat überwältigend. In ihren Sträßchen, die als „Alleen“ bezeichnet werden, stehen zwischen den Bäumen noch die ursprünglichen eingeschossigen Ziegelhäuser und kleinen Holzhütten. Eine von ihnen erwarb 1965 der genannte Schriftsteller. Sie finden sie in der Allee Nr. 30, ein Stück von der Katzen-Statuengruppe an der Bushaltestelle, die auf Hrabals Züchterleidenschaft verweist.

Die Trasse beginnt in Nymburk. Vom Hauptbahnhof geht es entlang des blau markierten Wanderwegs über den Přemyslidenplatz (náměstí Přemyslovců), wo sich eine Sitzbank mit der Holzstatue „Sitzen mit Bohumil Hrabal“ befindet. Beim Spaziergang durch das historische Zentrum der Königsstadt mit der dominanten gotischen St.-Ägidius-Kirche wird Ihnen langsam dämmern, dass Nymburk einen eigenen Ausflug per pedes verdient hat. Aber darüber ein anders Mal mehr, jetzt geht’s weiter in Richtung Wasser, wo man an der Steinbrücke mit einer Fähre auf das andere Elbeufer gelangt. Nach nur wenigen Metern stößt man auf den „Rastplatz“ Bei den Drei Katzen (U Tří koček) und Bei Hrabals Villa. Durch die Straßen Zálabská und Pražská gelangt man zu einer Brauerei, wo das berühmte Postřižiner Bier gebraut wird. Hrabal lebte hier von 1919 bis 1947. Genau daran erinnert eine Gedenktafel, die in einer so geringen Höhe angebracht wurde, dass sie von Hunden noch angepinkelt werden kann. Der Schriftsteller selbst hatte sich dies so gewünscht. Beim Betreten des Geländes melden Sie sich zunächst an der Pforte, die sich – vom Eingang der Brauerei aus gesehen – auf der linken Seite befindet. Auf die Frage, ob Sie sich Hrabals Gedenktafel kurz einmal anschauen können, wird man Sie passieren lassen.

Anschließend geht’s wieder weiter in Richtung Elbe der roten Wegmarkierung nach, die Sie – den Fluss entlang – durch Felder und Wälder und über einen Steg über das Flüsschen Výrovka in das Dorf Písty führt. Direkt dahinter, in einem Kiefernwald, befindet sich ein einzigartiges Naturdenkmal, die Sanddüne Písečný přesyp, die im Quartär entstanden und bis heute in Bewegung ist. Nun geht’s durch den Wald, und nachdem Sie diesen hinter sich gelassen haben, eröffnet sich Ihnen die Sicht auf die ausgedehnte Wasseroberfläche einer Sandgrube, den Sadská-See. Ein erfrischendes Bad im klaren Wasser dieses Sees ist vor dem nächsten Abschnitt durchaus zu empfehlen. Halten Sie sich stets an die rote Wegmarkierung, die hier einen Abschnitt des Wallfahrtsweges Blaník–Říp bezeichnet. Sie führt Sie zu einem kleinen malerischen Friedhof in Hradištko, auf dem Bohumil Hrabal zusammen mit seiner Frau Pipsi, seiner Mutter Maryška, seinem Stiefvater Francin, seinem Bruder Slávek und seinem berühmten Onkel Pepin seine letzte Ruhestätte fand.

Entlang der roten Markierung gelangt man bis auf die Haupt-„Avenue“ Betonka zur St.-Josefs-Mineralquelle. Hier kann man der Wegmarkierung nach abbiegen, noch etwa einen Kilometer weiter bis zur Hrabal-Hütte gehen und dann wieder umkehren, oder man geht geradeaus weiter über die Betonka zum berühmten Restaurant Hájenka. Geboten wird hier vor allem Wildschwein, wobei Sie die Wahl haben: entweder mit Heckenrose oder mit Kohl – genauso wie in jener Zeit, als die hiesigen Förster um genau das Gleiche stritten. Der Ausflug nach Kersko endet rund einen Kilometer weiter an der Bushaltestelle an der Hauptverkehrsstraße.


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