Das Märchenschloss schaut von einem hohen Felssporn hinunter auf das tiefe Tal des Baches Strenický potok, eines rechten Zuflusses der Iser (Jizera). Der Name des Schlosses: Stránov. Sein Vorgänger war eine gotische Burg aus dem 15. Jahrhundert, die unter den Slavaten in ein Renaissanceschloss umgebaut wurde. Seine jetzige Form verdankt es dem berühmten Architekten Josef Schulz, der es in den Jahren 189-1894 im Stil der Neorenaissance umbaute. Schulz zeichnete im Übrigen auch für den Bau des Nationalmuseums in Prag verantwortlich. Aus heutiger Sicht war es auch wichtig, dass der Direktor der Škoda-Werke, Josef Šimonek, der für seine Verdienste um die Weiterentwicklung der Industrie in den Baronenstand erhoben wurde, Inhaber des Schlosses wurde. Das Schloss wurde im Rahmen der Restitution an seine Nachkommen zurückgegeben, die es dann nach und nach einer Runderneuerung unterzogen. In gleicher Weise tragen sie in der Region Kokořínsko für das Schloss in Lobeč und die Burg Houska Sorge. Langsam gesellt sich zur geheimnisvollen Atmosphäre Stránovs auch wieder dieses romantische Etwas, das schon in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erstmals sogar Filmemacher hierhin gelockt hatte.

Ab dem Bahnhof in Čelákovice folgen Sie zunächst der gelben Wegmarkierung, die ins Zentrum der Stadt führt. Eine bedeutende architektonische Dominante des Zentralplatzes náměstí 5. května ist das neobarocke Rathaus aus dem Jahr 1911. Weiter geht es dann zu einem Flussarm der Elbe, wo eine ehemalige mittelalterliche Burg steht, die heute das Stadtmuseum beherbergt. Im Rahmen mehrerer Ausstellungen erfahren Sie hier viel Wissenswertes über die abwechslungsreiche Geschichte dieses Landstrichs und über dieses mittelalterliche Objekt selbst.

Auf dem Radweg Nr. 0041 überqueren Sie die Elbe auf einer Fußgängerbrücke, eine weitere führt dann über einen toten Flussarm der Elbe namens Grádo. Auf einer kleinen Straße fahren Sie nun durch den Wald bis zur schönen barocken Wenzelskapelle mit ihren beiden Engelsstatuen, die an der ehemaligen Grenze der Herrschaft Brandýs und Lysá stehen. An der Weggabelung Karlov schwenkt der Weg in nördliche Richtung. Hinter Dvorec passieren Sie die Feuchtwiese Hladoměř, einem gerade erst angelegten Tümpelkomplex an der Stelle eines früheren Teiches. Ab Stará Lysá geht es weiter auf der Straße nach Čihadla, wo die wunderschöne barocke Simeonkapelle steht, die Graf Franz Anton von Sporck, der Inhaber der Herrschaft in Lysá nad Labem hatte errichte lassen. Hinter Předměřice nad Jizerou fahren Sie unter der Autobahn hindurch und wechseln dann in Kochánky auf den Radweg Nr. 17 Greenway Jizera. Immer schön den Fluss entlang gelangen Sie nach Benátky nad Jizerou mit seinem malerischen historischen Zentrum auf einer hohen Anhöhe. Hauptattraktion ist hier das im Renaissance- bzw. Barockstil gehaltene Schloss, das ein Museum beherbergt, welches unter anderem das hiesige Wirken des Astronomen Tycho Brahe dokumentiert. Über Dražice mit seiner Burgruine und Horky nad Jizerou mit seinem Barockschloss fahren Sie unter einem monumentalen Eisenbahnviadukt aus dem Jahr 1924 hindurch. Von hier ist rechts über dem Tal schon das Schloss Stránov in Jizerní Vtelno zu sehen. Sie können die Innenräume des Schlosses besichtigen oder auch auf den Turm hinaufsteigen, der noch von der ehemaligen Burg stammt und einen tollen Ausblick auf die umliegende Landschaft bietet. Vielleicht haben Sie ja auch Glück und können eine der vielen kulturellen Veranstaltungen besuchen, die hier immer wieder stattfinden. Anschließend kehren Sie zur Iser zurück, die Ihnen den Weg nach Mladá Boleslav zeigt, für dessen Besichtigung Sie einen ganzen Tag einplanen sollten.


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