Žebrák und Točník

Gemeinsam sind sie auf Postkarten abgebildet, untrennbar sind sie im Gedächtnis von uns allen eingeprägt, und das Genie Jára Cimrman erwähnt sie in seinem Handbuch „Wir vertun uns“ als ein Beispiel für Wörter, die Leute in vorgerücktem Alter am häufigsten zu verwechseln pflegen. Ja, die Rede ist von Žebrák und Točník. Bei unserem Ausflug können Sie sich Gewissheit darüber verschaffen, welche Burg welche ist. Wir beginnen mit der etwas jüngeren Burg Točník, deren Gründung auf die Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert datiert werden kann und sich als komplette Burganlage samt Tor, Befestigung, zweier Palasse und den Resten eines mächtigen viereckigen Turmes erhalten hat. Daneben gibt es dann, wie gesagt, noch die Burg Žebrák, die als die etwas schlichtere Verwandte daherkommt. Sie ist die Ältere. Die Zajícer von Valdek gründeten die Burg in der Mitte des 3. Jahrhunderts, um den Weg nach Křivoklát zu kontrollieren. Geblieben ist davon vergleichsweise wenig – erhalten haben sich im Grunde nur der hohe kegelförmige Turm, der heute als Aussichtsturm dient, und Reste eines kleineren Turmes sowie der Palas.

Startpunkt ist der Bahnhof in Zdice, wo das Výtopna-Museum (Lokomotivmuseum) mit seinen Exponaten historischer und Straßentechnik gelegentlich seine Tore öffnet. Die blaue Wegmarkierung führt über Landstraße und Felder auf einem befestigten Weg nach Knížkovice. Noch innerhalb des Dorfes beginnt eine Steigung hinauf auf den Plešives (495), der auf dem Sattel an der Weggabelung Hřeben endet, von wo sich eine weite Sicht in die ganze Region bietet. Anschließend geht es wieder talwärts zur Weggabelung V Potocích, von wo Sie ein gelb markierter befestigter Weg unterhalb des Plešivec entlang des Vraní-Baches bis nach Hředlí führt.

Sie gehen durch das Dorf und dann durch Felder und Wälder hinauf auf den 452 n hohen Zámecký vrch (Schlossberg). Von dort zieht sich nach Südwesten ein langer enger Kamm, an dessen Ende sich die Burg Točník erhebt. Wenzel IV. hatte den Bau angeordnet, nachdem ein Brand im Jahre 1395 die Burg Žebrák in Mitleidenschaft gezogen hatte. Hundert Meter höher entstand so eine prächtigere und komfortablere Residenz, in der der Herrscher auch einen Teil des königlichen Schatzes deponieren ließ. Die Burg wurde einem Umbau im Renaissancestil unterzogen, dann aber im Dreißigjährigen Krieg zerstört, daraufhin verödete sie zusehends. Ihr Schutz und ihr allmählicher Wiederaufbau wurden erst in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts in Angriff genommen. Das ganze Burggelände können Sie alleine oder zusammen mit einem Burgführer anschauen. Wenn Sie bis zum Fuß des steilen felsigen Abhangs hinuntergehen, finden Sie sich in der Ruine der Burg Žebrák wieder. Um den Ruhm des Točník-Vorgängers hatte sich auch Wenzel IV. verdient gemacht, der sie komplett umbauen ließ. Weder die alte noch die neue Burg genügte den Ansprüchen des Königs. Schicksalhaft war dann der bereits erwähnte und noch ein weiterer Brand im Jahre 1532. Danach machten sich hier Abenteurer auf die Suche nach Wenzels Schatz, was den Abriss der Mauern des alten Palasses zur Folge hatte. Die Burg wurde so zu einer Ruine.

Von der Burg führt die blaue Wegmarkierung zu dem Ort Žebrák mit seinem interessanten Regionalmuseum. Über eine Brücke überqueren Sie die Autobahn, und über Chlustina gelangen Sie auf der Straße nach Praskoles. Falls vor der Abfahrt des Zuges noch Zeit bleibt und das Wetter Ihnen gewogen bleibt, sollten Sie dem hiesigen Naturfreibad – einem Biotop – unbedingt noch einen Besuch abstatten.


Beroun

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